2026 Südamerikatouir 7, Patagonien

Patagonien 7

11.03. – 19.03.2026

Wir besuchten den NP Alerce Andino, der vor allem zum Schutz der beeindruckenden Baumart Fitzroya Cupressoides, des Alerce, gegründet wurde. Diese Bäume gehören zu den ältesten der Welt und können über 3000 Jahre alt werden. Sie erreichen Höhen bis 60m und Stammdurchmesser von 4m. Sie besitzen sehr dicke, rötlich gefurchte Stämme. Im Bereich der Laguna Sargazo wachsen Alercen im dichten, feuchten Regenwald zusammen mit Moosen, Farnen und anderen typischen Pflanzen des valdivianischen Waldes.

Frutillar liegt am Ufer des Lago Llanquihue. Der Ort wurde im 19. Jh von deutschen Einwanderern gegründet. Diese Epoche wird im Museo Colonial Alemán mit historischen Häusern, Möbeln, Werkzeugen und Gärten veranschaulicht. Wir schlendern entlang der Uferpromenade mit restaurierten Häusern und vielen deutschsprachigen Schildern. Irgendwie wirkt der ganze Ort wie ein Freilichtmuseum, wobei wir nicht ein deutsches Wort gehört haben. Sehr zu empfehlen ist aber der Kuchen aus dem „Kuchenladen“, Obst-Streuselkuchen, Mmmm wie zu Hause. Zum Abschied konnten wir noch einen Blick auf die Spitze des Vulkan Osorno erhaschen, bevor er sich wieder verhüllte.

Valdivia wurde 1552 gegründet und liegt an der Mündung mehrerer Flüsse. Die deutschen Einwanderer im 19. Jh. hatten großen Einfluß auf die Entwicklung der Stadt. Valdivia hat eine schöne Uferpromenade. Hier gibt es immer was zu sehen, Ausflugsboote, Markt, Verkaufsstände, ein U-Boot und vieles mehr. Morgens besuchten wir zuerst den Mercado fluvial, halb Fischmarkt und halb Gemüsemarkt. Die Sensation sind aber die Seelöwen und Geier, die auf die Fischabfälle lauern und sich darum streiten. Danach gingen wir über die Brücke zur Isla Teja und besuchten das Historische Museum, das im alten Wohnhaus von Karl Anwandter untergebracht ist. Es beschäftigt sich mit der deutschen Einwanderung, besitzt aber auch eine Sammlung von Mapuche-Kunst und interessante Fotodokumente. Da wir so schönes Wetter hatten, drehten wir auch noch eine Runde durch den Botanischen Garten der Universität.

Unser nächster Halt war Panguipulli, das Tor zu den „Sieben Seen“. Inzwischen hatte sich der Himmel so zugezogen, dass man nicht einen Berg sehen konnte und zwischendurch regnete es auch noch. Während einer Regenpause klapperten wir die Höhepunkte der Uferpromenade ab und entschieden uns zur Weiterfahrt nach Villarica.

Dort angekommen fanden wir einen Stellplatz direkt gegenüber der Strandpromenade. Hier war das Wetter ebenso lausig, man konnte nicht das gegenüberliegende Ufer geschweige den Vulkan Villarica sehen. Als sich an dieser Situation auch am nächsten Morgen nichts geändert hatte war für uns die Richtung klar, wir machen rüber nach Argentinien. Also noch ein paar Lebensmittel eingekauft, Diesel aufgefüllt und Richtung Lonquimay. Auf dem Weg dorthin durchfährt man auf der Ruta 181 einen der seltenen Tunnel in Südamerika, der Túnel Las Raices. Der Tunnel wurde ab 1930 als Eisenbahntunnel gebaut und war mit einer Länge von über 4,5 km für lange Zeit der längste Tunnel Südamerikas. Der Tunnel ist einspurig und wird über eine Ampelanlage geregelt. Kurz vor der Grenze übernachteten wir.

Túnel Las Raices

Argentinien empfängt uns mit Sonnenschein und starkem Wind.

Wir nehmen die RP 26 und erreichen zunächst Caviahue, ein Bergdorf (mit großen Ambitionen, wenn man die vielen Neubauten sieht) am Fuße des Vulkans Copahue und malerisch am Caviahue-See gelegen. Hier gibt es auch schöne Araukarienwälder.

Wir folgen der Piste und erreichen Copahue, das nahegelegene Thermalbad-Dorf, das für seine vulkanisch aktiven heißen Quellen bekannt ist. Auf uns wirkte das Dorf nicht sehr einladend. Bevor man aber das Dorf erreicht kommt man an diversen rauchenden Erdlöchern vorbei und der Rauch riecht stark schweflig.

Außerdem gibt es noch eine alte verlassene Bäderanlage, die wir als Übernachtungsplatz nutzten.

Der Himmel trübte sich ein, der Wind entwickelte sich zum Sturm und am nächsten Morgen erwachen wir in einem Traum in weiß!

Der nächste Halt auf unserer Fahrt in Richtung Ruta 40 war der beeindruckende Wasserfall „Salto del Agrio“. In der kargen Landschaft sticht der Wasserfall mit seinen tollen Farben besonders heraus. Das Wasser des Agrio stürzt etwa 45m in die farbenprächtige Schlucht. Für uns bisher der schönste Wasserfall auf dieser Tour.

Am Rande der Piste trafen wir noch auf eine Ansammlung verschiedener Greifvögel (Truthahngeier, Andenbussard, Schopfkarakara). Und dann auf der Ruta 40 gabe es ein Fotoshooting am Mittelpunkt derselben. Zwar sind wir die erste Hälfte der längsten Straße Argentiniens (über 5200km Länge) nicht durchgängig gefahren, dennoch wird die Ruta 40 uns noch weitere Zeit begleiten.