Patagonien 4
05.01. – 28.01.2026
Nun war es endlich soweit, Luca´s Flieger sollte kurz vor Mitternacht in Punta Arenas landen. Glücklicherweise hatte er nur eine Stunde Verspätung, denn vom Flughafen ging es direkt zum Fährhafen. Wir hatten für die nächsten, gemeinsamen 3 1/2 Wochen ein strammes Programm geplant.
Im Fährhafen hatten wir vorne in der Schlange übernachtet und wollten die Fähre um 9 Uhr nach Porvenir (Feuerland) nehmen. Die Verladung begann auch pünktlich, aber mit über einer Stunde Verspätung legten wir endlich ab. Starker Wind zog auf und das Wasser der Magellanstraße wurde zusehends unruhiger. Später erfuhren wir, dass in P.A. alle weiteren Verbindungen an diesem Tag gestrichen wurden. Puh, noch mal Glück gehabt!
kurzer Fotostopp in Porvenir
Unser eigentliches Ziel war der Parque Pingüino Rey, ein Schutzgebiet für eine kleine Kolonie Königspinguine. Dies ist eine der wenigen Kolonien außerhalb der Antarktis. Wir hatten unseren Besuchstermin und Slot schon zwei Monate im voraus gebucht und fuhren, trotz unserer verspäteten Ankunft auf Feuerland, pünktlich am Reservat vor.

Königspinguine




Nach dem Besuch bei den Pinguinen verließen wir Feuerland über Punta Delgada.
Auf der Strecke Richtung Puerto Natales legten wir einige Fotostopps ein. Den ersten an der Estancia San Gregorio und den beiden Schiffswracks.
Ambassador
Amadeo
Estancia San Gregorio
Auch die ein oder andere nette, tierische Beobachtung konnten wir am Straßenrand machen.
Schopfkarakara und Andenbussard
Andenbussard

junger Schopfkarakara


freundlicher Gaucho mit Rinderherde


In Puerto Natales hatten wir uns auf der Skorpios III für eine Mini-Kreuzfahrt entlang der Kaweskar Route eingebucht. Das südliche Eisfeld Patagoniens besticht durch seine beeindruckende, wilde Schönheit. Mit dem Schiff fuhren wir durch unberührte und majestätische Landschaften, in denen sich die größten Gletscher Südamerikas ihren Weg aus den Bergen hinunter in die Fjorde bahnen. Die in allen Blautönen schimmernden Eismassen türmen sich bis zu Hundert Meter in die Höhe.
Skorpios III, unser Domizil für die nächsten fünf Tage

Start der Fahrt durch patagonische Kanäle in die einzigartige Landschaft des südlichen Eisfelds.


See Elefanten in der Caleta Juarez im Guardramiro Fjord



Besichtigung der Brücke


wir dachten schon wir hätten uns versegelt, dies sind nicht die „Torres“ vom TdP NP


Amalia Gletscher
Der Amalia Gletscher ist ein Gezeitengletscher im NP Bernardo O´Higgins. Er entspringt dem zentralen Bereich des Südpatogonischen Eisfelds und hat eine Länge von etwa 21 Kilometern. Das Besondere ist der Vulkan Reclus in der Mitte des Gletschers.

Amalia Gletscher

Zodiac Ausfahrt an die Gletscherkante


Weiter ging es zum Guillard Fjord, wo wir eine Wanderung durch unberührte Natur zum Guillard Gletscher, der in einer Frontalmoräne endet, unternehmen konnten.

Guillard Gletscher


Guillard Gletscher
Am nächsten Tag ankerten wir im spektakulären und gletscherreichen Calvo Fjord. Der Fjord bietet 360-Grad-Eisblicke und beherbergt Gletscher wie Fernando, Capitán Constantino, Alipio, Piloto Marcelo, Monsalve und Zamudio sowie reichlich Eisschollen. Wir unternahmen eine Ausfahrt mit einem kleinen Eisbrecher bis zu den Gletscherfronten.

Calvo Fjord




Ein Whisky/Bailyes mit mehrere tausend Jahre altem Gletschereis durfte natürlich auch nicht fehlen.



Königskormorane


Der El Brujo Gletscher ist eine imposante Eiswand am Ende des Asia-Fjords. Er ist etwa 2 km breit und 70 m hoch. Wir konnten an Land gehen, um den Gletscher von einem Felsplateau aus nächster Nähe zu betrachten.

El Brujo Gletscher

Am Bernal Gletscher gingen wir an Land und liefen entlang seiner Basis, dabei durchquerten wir die Lagune, die mit ihrem Türkis das Ergebnis der Schmelze ist. Hier konnten wir auch den Fortschritt der Flora und Vegetation sehen.





Bernal Gletscher

Unsere Fahrt neigte sich dem Ende, wir machten noch einige Besichtigungen an Bord. Zusammenfassend hat uns die Reise mit der Skorpius III gut gefallen, wir fühlten uns durchweg gut umsorgt. Vielen Dank an die ganze Crew! Die Landschaft, die wir kennenlernen durften ist gigantisch und archaisch.
im Maschinenraum
auf dem Weg zum Abschiedsdinner


ein Toast auf unsere netten Tischnachbarn
Nach dieser schönen und beeindruckenden, kurzen Seereise verstauten wir unser Gepäck wieder in Paulchen, füllten Vorräte und Diesel auf und bekamen schließlich auch noch Wasser bei den Bomberos. Der Weg zum nächsten Highlight war nicht weit, es ging zum Torres del Paine NP (der 3. Besuch für Andrea & Achim).

Torres del Paine NP

Wir kreuzten mit Luca durch den ganzen Park, unternahmen einige kleinere Wanderungen und waren höchst motiviert dieses Mal einen Puma vor die Linse zu bekommen. Dies schloss natürlich abendliche und frühmorgendliche Safaris mit ein. Leider waren wir wieder ohne Erfolg. Zudem kränkelte Achim, er hatte sich auf dem Schiff von unserem Tischnachbarn eine Erkältung eingefangen.

Chileflamingo
junger Andenkondor
Wir verließen also den Torres del Paine NP mit dem Ziel El Calafate in Argentinien. Zunächst mußten wir über die Grenze und dann weitere 300km bis unser Ziel erreicht war. Nach dieser Strapaze legte sich Achim erstmal einen Tag flach.
El Calafate dient als wichtigstes Tor zum Nationalpark Los Glaciares und dem berühmten Perito-Moreno-Gletscher. Am Ufer des Lago Argentino gelegen, hat sich der ehemalige Schafzuchtort zu einem touristischen Zentrum mit netter Flaniermeile und ansprechenden Restaurants entwickelt.

Einen Tag später verließen wir den Stadtplatz und fuhren bis kurz vor den Nationalpark, wo wir auch am nächsten Morgen um 8 Uhr zur Öffnung vor dem Tor standen. Im Park selbst sind es nochmals 30km bis man zu den Parkplätzen kommt. Es gibt ein gut ausgebautes Netz aus Treppen und Holzstegen mit fantastischen Ausblicken aus verschiedenen Perspektiven auf die bis zu 70m hohe Eiswand. Der Perito-Moreno ist einer der wenigen Gletscher weltweit, der weitgehend stabil ist. Er ist etwa 30km lang und besonders bekannt für das regelmäßige Kalben.

Perito Moreno Gletscher am Lago Argentino

kalbender Gletscher



Wir genossen wundervolle Stunden mit viel Aktivität am Gletscher bis wir nachmittags unsere Reise nach El Chaltén fortsetzten.
El Chaltén, ein vor 40 Jahren gegründetes Bergdorf hat sich zur Trekkinghauptstadt Argentiniens entwickelt. Es ist umgeben von spektakulärer Landschaft mit den markanten Gipfeln des Fitz Roy und des Cerro Torres und bietet zahlreiche Wanderwege. Im Ort hat es nette Restaurants und auf dem gut frequentierten freien Stellplatz trafen sich alte und neue Reisefreunde zu gemütlicher Runde.
El Chaltén
kurze Wanderung zum Mirador de los Aguilas
Stellplatz mit Fitz Roy im Hintergrund

Achim war auf dem Wege der Besserung, so das wir uns auf eine Wanderung zum Mirador Glaciar Piedras Blancas begaben. Wir hatten Glück mit dem Wetter, keinen Regen und durch die Bewölkung auch nicht zu heiß.


Patagonischer Bothriurus Skorpion


angekommen, Mirador Glaciar Piedras Blancas

Fitz Roy


Zum Abschied zeigte sich das Fitz Roy Massiv von seiner schönsten Seite, wolkenlos. Aber wir mußten weiter, saß uns doch Luca´s Rückflugtermin im Nacken und wie hatten noch so viel auf der To-Do-Liste. Wir querten Argentinien auf der RN 288 nach Osten bis zum Atlantik.

Puerto Santa Cruz

Am Ende der Ruta 288 kommt man zu einem abgesperrten Hafengelände, dieses muß man zu Fuß passieren und weiter entlang der Küste bis zur Magellanpinguin Kolonie laufen. Wir hatten uns nachmittags beim Pförtner gemeldet und sollten am nächsten Morgen um 7 Uhr zurückkommen, um die Kolonie zu besuchen. Der Weg dorthin ist nur bei niedriger Tide möglich, d.h. dass man auch rechtzeitig den Rückweg antreten muß.

Magellanpinguin
Jungtier

Es war so ein schönes Erlebnis, ganz alleine mit all diesen Pinguinen. Wir setzten uns auf den Strand und mit der Zeit kamen die possierlichen Tiere immer näher, sie verloren komplett ihre Scheu.
Nach drei Stunden, die wie im Flug vergingen, traten wir den Rückweg an. Außer uns waren nur noch einige wenige Fischer an dem kilometerlangen Strand.





Dominikanermöwe
Jungvogel

Königskormoran
Guanakos löschen ihren Durst im Meer
Etwas weiter südlich besuchten wir den Monte Leon NP an der Küste. Der Park schützt eine beeindruckende Küstenlandschaft mit steilen Klippen und weiten Stränden. Außerdem findet sich dort auch eine reiche Tierwelt, wie Magellanpinguine, Seelöwen, Seevögel, Guanakos und Pumas.

Monte Leon NP


Magellanpinguine



Seelöwen


Nun wurde es definitiv Zeit zügig den Rückweg nach Punta Arenas anzutreten. Wir folgten der RN 3 nach Süden. Eine Nacht verbrachten wir an der Laguna Azul bevor wir die Grenze zurück nach Chile nahmen. Die Laguna Azul ist ein Kratersee, der bei Sonnenschein eine intensive, tiefblaue Farbe haben soll.

Laguna Azul

Für die nächste Nacht hatten wir den Pali Aike NP gewählt. Auch hier hat man eine karge Steppe vulkanischen Ursprungs. Mit zahlreichen erloschenen Vulkankratern, Lavafeldern und Höhlen mutet das Gebiet fast mondähnlich an. Wir unternahmen trotz ungemütlichen Wetters einige Wanderungen.

Sendero Cueva Pali Aike




Morada del Diabolo


Unsere Runde ging zu Ende und rechtzeitig erreichten wir Punta Arenas wieder. Es blieb auch noch Zeit durch die Stadt zu bummeln und mit Freunden lecker Steaks essen zu gehen. Die letzte Nacht verbrachten wir beim Flughafen und morgens nach dem Frühstück ging es für Luca zum Check-In.


Tschüß Luca, guten Heimflug!


